Ein Schwarz sieht einsam
seine Runden im Teich,
an dem die Weiden stehen.
Die Luft schmeckt süß,
es riecht nach Herbst,
das Jahr wird bald zu
Ende gehen.
Ich steh am Raubtierhaus und sehe den
Panther beim Schlafen zu.
Der Panther schläft schon
viel zu lange,
wir schlafen auch zu lange, Ich und du
Wach auf, wach auf, wach auf
Wer weiß, wie lange wir noch haben
Zeit und Frieden, Glück und Liebe
All die leicht verdorbenen
Gärten
Die Städte wirken wie Kulissen,
Beton und Stahl wie Pappmaché.
Wir schleichen rum wie die Statisten
un d warten auf
den neuen Dreh.
Ein großer Sturm bricht die Kulissen in
zwei wie ein gigantischer Ringer.
Für ihn sind diese Städte
nur wie Glieder an einem
kleinen Finger.
Wach auf, wach auf, wach auf,
wer weiß, wie lange wir noch haben
Zeit und Frieden, Glück und Liebe,
all die leicht verlor 'nen Gaben
Ein Jebes taucht auf aus dem Nebel,
Kamele ohne Zaun,
Zeug und Reiter,
Flamingo -Stelzen durch das Gras,
Als wüssten sie, so geht es weiter.
Der Panther ist jetzt aufgewacht
Er biegt die Stäbe einfach um
Un d schlüpft ins Freie,
auf und davon
Kommt, er, dies ist unsere Stunde
Wach auf, wach auf, wach auf
Wer weiß, lange wir noch haben
Zeit und Frieden, Glück und Liebe
Ein leicht verdorbenen Graben
Wach auf, wach auf, wach auf
Bevor die Zeiger sich drehen
So weit lässt man uns nicht auf
Ins Herz der Dinge sehen
Ins Herz der Dinge sehen
SWR 2021